einstein beam berlin
Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt.

Albert Einstein ist der Pop-Star unter den Wissen-schaftlern. Nahbar, medienaffin und diskussionsfreudig hält er deswegen öffentliche Vorträge. Im heutigen BEAM, dem damaligen Schicklerhaus, nutzt er von 1930 bis 1933 die Räume der Arbeiterbewegung. Einstein, Nobelpreisträger und Kultfigur der Goldenen Zwanziger Jahre, ist engagiert – mit Leidenschaft für seine Profession bringt er neues Wissen über Materie, Raum und Zeit… und sein „Baby“, die Relativitätstheorie, den Anwesenden nah.

Und jeder, der ihm zuhört merkt: Von diesem Menschen geht etwas aus. Seine Strahlkraft erfüllt Räume. Eine Strahlkraft, die immer noch in diesen Mauern spürbar ist, und in der architektonischen Neuinterpretation ihren Ausdruck findet.

Schiclkerhaus 1910, Berlin

Die Firma Hiller & Kuhlmann baute das Geschäftshaus 1910 auf einer Grundfläche von 4360 m² mit drei Haupt- und vier Lichthöfen. Im Erdgeschoss befanden sich Läden, in den anderen Etagen gab es Büros verschiedener Firmen oder von Parteien. So saß ab 1917 das Berliner Büro der USPD hier.

Von 1930 bis 1933 nutzte die 1926 gegründete Marxistische Arbeiterschule (MASCH) einige Räumlichkeiten in dem Haus, in denen auch Albert Einstein und Hermann Duncker populärwissenschaftliche Vorträge hielten.

Nach 1945 wurde das kriegsbeschädigte Gebäude zunächst auf Anordnung der Alliierten Kommandantur Berlin von der Deutschen Innen- und Außenhandel Nahrung (DIA) bezogen. Lange Zeit befand sich in dem Bürohaus eine Gedenktafel, die den Besuchern verkündete, dass hier am 26./27. Oktober 1918 der Gründungskongress der FSJ stattgefunden und auf dem Karl Liebknecht zu den Delegierten gesprochen hatte. 

Klosterviertel 1912, Berlin
Berlin Mitte 1800

Die Klosterstraße ist eine der ältesten Berliner Straßen im Ortsteil Mitte. Der heutige Name geht auf das Graue Kloster, ein ehemaliges Franziskanerkloster, in der Straße zurück, von dem heute nur die Ruine der Klosterkirche erhalten ist. Nach der Straße ist wiederum das Klosterviertel benannt, in dem sich zahlreiche Baudenkmäler befanden, die zum Teil noch erhalten sind.

Die Klosterstraße ist eine ruhige und etwa 430 Meter lange Querstraße der Grunerstraße. Sie verläuft in einem leichten Bogen nach Süden bis zur Spree, kreuzt dabei die Parochialstraße und die Stralauer Straße und geht bis zum Rolandufer.

Die Klosterstraße begann ursprünglich am Neuen Markt an der Marienkirche. Von dort aus lief sie in einem Bogen südostwärts parallel zur mittelalterlichen Stadtmauer bis zur Stralauer Straße. Das nördliche Ende bildete zunächst eine Sackgasse, die durch die Stadtmauer begrenzt wurde. Nach deren Abriss führte sie bis zur Neuen Friedrichstraße. Heute existiert die Klosterstraße nur noch auf dem südlichen Abschnitt ihres früheren Verlaufs.

Klosterviertel