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Wir brauchen Räume mit Lebenskultur

© Nina Stiller

Sandro Broel-Plater, Projektleiter bei Pott Architects, über Bällebäder und die Strahlkraft von Kronen.

Herr Broel-Plater, alle reden über neue Arbeitswelten. Wie sehen die beim BEAM aus?

Generell müssen Gebäude zwei Ziele verfolgen: Den Mitarbeitern die Möglichkeit geben, den Arbeitstag frei zu organisieren sowie die Kommunikation und Motivation zu fördern. Um das zu erreichen, gibt es verschiedene Möglichkeiten der Organisation.

Neben zugewiesenen Arbeitsplätzen muss es die freie Wahl geben, flexibel auf Projekte zu reagieren, Teams neu zu organisieren und das eigene Arbeitsumfeld zu gestalten. Das Motto lautet also: Raus aus der Komfortzone! Mehr Räume mit Lebenskultur! Die weichen Faktoren dienen dann dazu, den Zusammenhalt und das Miteinander zu stärken. Dazu können je nach Unternehmenskultur auch Bällebäder oder ein Billardtisch dienen.

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© Bloomimages

Sie setzen mit Ihrem Entwurf dem historischen Kern sozusagen die Krone auf. Wie entsteht neuer Glanz auf altem Stein?

Bei unserem Entwurf nimmt das Bestandsgebäude eine zentrale Rolle wahr. Dieses hat im Laufe seiner Geschichte Kriegsschäden erfahren und entspricht nicht in allen Teilen dem originalen Bauzustand. Wir erhalten die bestehende Fassade und bauen zurück, was ab den 1960-er Jahren additiv angefertigt wurde. Die Aufstockung hat zum Ziel, den Kontrast alt-neu nach außen lesbar zu machen. Sie nimmt bei der Aufteilung der Fassade Bezug auf den Bestand, der mit Natursteinen, Gesimsen und Friesen sehr detailreich ist. Im Gegensatz dazu verfügt der Neubau als reduzierter Glaskörper über eine Doppelfassade mit möglichst wenig Details.

Durch die geplante Zweischichtigkeit – nach außen die homogene Glasebene und nach innen in einer zweiten Schicht die Funktionsfassade – erreichen wir, dass der Neubau eine reduzierte Sprache spricht, pur wirkt und somit das ganze Ensemble erstrahlen lässt.

Intelligente und nachhaltige Gebäude braucht das Land. Was leistet das BEAM dafür?

Wir streben mit dem BEAM eine LEED-Zertifizierung an. Dazu gehört die Nachhaltigkeit der eingesetzten Baumaterialien, die Möglichkeit, eine umweltschonende Anbindung des Gebäudes durch privaten und öffentlichen Transport zum Arbeitsplatz zu ermöglichen und gesunde Arbeitsplatzbedingungen zu schaffen. Darüber hinaus werden wir auf eine Übertechnisierung verzichten und reduzieren den Technikaufwand auf das Nötigste.